SmartCoop-SCFI

Wir "experimentieren" mit vielen neuen "Werkzeugen", was natürlich auch "Anleihen" aus der QuantenPhysik einschließt. Hier kooperieren wir mit dem IWMC (Internationale Wissenschafts-Cooperation für angewandte Quantenphysik). Zur Förderung der erfolgreichen Umsetzung neuer "Coop-Initiativen", veröffentlichen wir auf diesem Blog - praxisbezogen - die CoopGo-Dialoge. Hinweis: Unsere CoopGo-Dialoge (per Mail, Telefon- o. Video) sind kostenfrei, sofern uns die Möglichkeit eingeräumt wird, diese Informationen zur Förderung des Kooperativen Wandels einzusetzen („Hilfen zur Selbsthilfe“). Ausschließlich, um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, können die Fragen (stilistisch) geringfügig angepasst werden. Danke für euere/ihre Hilfe zur Gestaltung einer zukunftsfähigen Kooperations-Gesellschaft. (Die jeweils verantwortlichen Fachgruppen für die CoopGo-Dialoge befinden sich unter jedem Dialog-Beitrag!) (Koordination / Redaktion der Arbeit des SCFI - Gerd K. Schaumann)

12.9.19

Kooperation ist kein „Modewort“ - Kooperation ist ein Wert, den es zu beweisen gilt.



Mit dem „Kooperations-Test“ geht die Zeit der „Mogel-Pakete“ zu Ende.  

Fragt man jemand, ob er oder sie kooperativ denke oder kooperative handele, wird man überall ein überzeugtes „JA“ hören. Kooperieret ein Unternehmen, na klar. Kooperiert ein Verein, na klar. Kooperiert eine Gruppe na klar. Sogar Soldaten und Geheimdienste kooperieren, haben schon immer kooperiert und werden wohl auch immer weiter kooperieren …
Sie alle – und fast alle Gruppen – haben längst erkannt, dass Kooperation sozusagen die „Geniale Erfindung des VORTEILS“ ist. Warum?
Menschen wissen, quasi intuitiv, dass „Miteinander“ ihnen etwas „bringt“. Sie kommen dem gewünschten Ziel – was immer es auch sei – schneller, leichter, kostengünstiger, etc. näher. Verkürzt gesagt, bedarf es weniger „Kraft“ (Kosten, Zeit, Input), um ein definiertes Ziel zu erreichen.
Wir erkennen daraus, dass es eigentlich wenig Sinn macht, nur „neutral“ über Kooperation zu sprechen. Ohne zugleich auch die Ziele von Kooperation offenzulegen, bleibt jedes Reden über Kooperation nur eben dies: „Gerede“.

Eigentlich leicht nachvollziehbar, dass „Kooperation“ ohne das offengelegte „Wozu“ oder „Warum“ eigentlich nur wenig Sinn macht.

Um also wirklich über „Kooperation“ sprechen zu können, müssen wir wissen, welche (tatsächlichen) Ziele damit beabsichtigt werden. Wir sprechen dies besonders deshalb an, weil es irgendwie „chick“ geworden ist, sich mit dem „Mäntelchen“ Kooperation zu behängen, um Akzeptanz in bestimmten Gruppen oder Situationen per se zu erreichen. Auch bei jungen Unternehmensgründern kann man das gut nachvollziehen. Ja, wir tun uns zusammen, damit wir dieses oder jenes Projekt umsetzen können. Wir sind auf dem „Top-Level“, um einen erfolgreichen „Startup“ hinzulegen. So wird man schnell bekannt, verdient gut und – na klar – ist „anerkannt“ und rund herum zufrieden. Nein, für die „Giganten“ wollen wir nicht tätig werden. Wir arbeiten nicht für andere, nur für uns selbst“… Klingt irgendwie gut, fortschrittlich und symbolisiert das neue Image von denen die sich für „trendig“ halten. Manche „WeComs“ lassen grüßen …

Aber ist das wirklich das, was wir, die Menschen unseres Landes uns von „Kooperation“, besser „Miteinander“ erhofft, vielleicht sogar gewünscht haben?

Um nicht missverstanden zu werden: Jeder Ansatz von „Ausscheren“ aus der alten (Konkurrenz-) Spur ist wertvoll. Aber ist er auch ausreichend? Oder werden wir – zeitversetzt – das erleben, was wir  wiederum auch so nicht erwartet oder gewollt haben: Eine gesellschaftliche Entwicklung, die eben doch nicht allen Menschen im Lande nützt, sondern lediglich wiederum nur wenigen diente, nur eben in kleineren Strukturen. …

Wir wollen nachfolgend einige Anregungen geben, wie man „Kooperation“ mit Wertesicht verbinden könnte. Denn diese Diskussion ist jetzt wichtig, wenn wir den „Aufschwung pro Kooperation“ verantwortlich nutzen wollen, um eine Gesellschaft zu entwickeln, in der Selbstorganisation und Selbstverantwortung verbunden wird, um Lebens-Wert für ALLE zu erzeugen. …

Die Zeit wird knapp, um weitere Experimente auszutesten, ob, wann und wie wir so leben können, dass Leben (wieder) Sinn macht - Für Alle!
Ganz einfach deshalb – so profan es klingen mag – weil alle Menschen GLEICH sind, in Bezug auf ihre wahre Herkunft. Natürlich bringt dies jeder anders zum Ausdruck, wählt andere Wege, führt ein anderes Leben. Deshalb ist Freiheit für jeden Menschen unverzichtbar. Dennoch bleibt aber die Grundannahme bestehen: Wir sind alle Menschen.
Nennen wir diese Grundannahme die erste Einsicht oder die Grundlage für Kooperation.  
Ja, wir werden ohne solche Rückbesinnung oder Rückbindung (religo) nicht auskommen. Wir werden über Kooperation nicht wirklich sprechen können, ohne zugleich über Wertebezüge zu sprechen.

Das mag ungewohnt sein in der Politik, erfolgt aber dennoch tagtäglich, jedoch meist unbewusst oder verdeckt. Jede Partei hat tief verwurzelte „Glaubens-Grundsätze“ (Glaubens-Muster), mit denen sie ihre Politik rechtfertigt. Diese müssen jetzt – um wirklich über Kooperation reden zu können - offengelegt werden. Ein Mitglied der CDU oder CSU hat andere „Glaubens-Muster“, wie ein Mitglied der SPD, der „Linken“, der FDP, der „Grünen“. Auch die AFD kommt ohne solche verbindenden „Glaubensmuster“ („Wer ist der Mensch“) nicht aus. Was sich dann abbildet in Programmen, …. bis hin zu konkreten politischen Aktionen, entspringt diesen „Grundannahmen“ („Wer ist der Mensch“, „Was ist der Sinn von Leben“, usw.)

Wenn wir über „Miteinander“ oder „Kooperation“ reden, wird es ohne die „Offenlegung“ genau solcher Fragen nicht gehen. Tun wir das nicht, haben wir die Chance verspielt, wirklich etwas NEUES zu gestalten. Diesen „Fehler“ sollten wir vermeiden, denn die Zeit zum „Umsteuern“ wird immer drängender, die „Luft“ sozusagen, immer „ungenießbarer“ …

Wer über „Kooperation“ spricht, sollte also stets gebeten werden, zugleich zu sagen, welchen „Nutzen“ er oder sie für die Allgemeinheit der Menschen (mindestens) in diesem Lande zu erbringen beabsichtigt. …

Nehmen wir dazu ein Beispiel:

Ein Unternehmen „wirbt“ damit, dass seine Geschäftsgrundlage „kooperativ“ ausgerichtet ist. Nun, diese „kooperative Gesamtsicht“ hat verschiedene kooperative Einzelbezüge“. Alles zusammen ergibt so etwas wie ein „Gesamtbild der Kooperations-(Aus-) Wirkung.

Würde es dafür z.B. Auszeichnungen, öffentliche Anerkennung, Prämien oder Fördermittel geben, wäre so etwas wie ein „kooperativer Gesamtwert“ zu ermitteln. Der könnte sich z.B. aus zahlreichen – noch genauer zu definierenden – Einzelwerten ergeben.
Wir nehmen hier – beispielhaft – einige kooperative Beziehungen heraus. Nennen wir sie hier „kooperative Interdependenzen“ (Willy Brandt machte den Begriff „Interdependenz“ populär, als er von den wechselseitigen Anhängigkeiten zwischen Industrie- und Entwicklungsländern sprach).

Die kooperativen Interdependenzen in unserem Beispiel-Unternehmen könnten vielleicht sein:

A.   Grad der Verantwortung für das Ganze (Leben)
B.   Grad der Verantwortung für folgende Generationen
C.   Grad der Verantwortung der Eigentümer
D.   Grad der Verantwortung der und für die Beschäftigten
E.   Grad der Verantwortung für die Kunden
F.   Grad der Verantwortung für die Auswahl der Lieferanten
G.   Grad der Verantwortung für die (potenziellen) Kunden
H.   usw.  

In jeder dieser (Teil-) Beziehungen treten etwa die gleichen Fragen auf:

a.   „Wie ist die kooperative Gesamt-Verantwortung geregelt?“
b.   „Gibt es bereits einen schriftlich fixierten „Kooperations-Kodex“ oder ein „Kooperations-Handbuch“ des Unternehmens oder der Organisation?“
c.    „Gibt es vielleicht sogar einen „Kooperativen Transparenz-Bericht?“
d.   „Kann das Unternehmen/die Organisation den beabsichtigten „kooperativen Wandel“ selbst bewältigen oder bedarf es der Unterstützung qualifizierter Dritter?
e.   „Um welchen Grad sind die (relevanten) „kooperativen Einzel-Verantwortungsbereiche“ zu verbessern?“
f.    „Welches sind die (Wert-) Maßstäbe, um die bestehende bzw. angestrebte „kooperative Gesamt-Leistung“ messbar bzw. überprüfbar zu machen?“
g.   „Was spricht für, was spricht (noch) gegen eine „Zertifizierung der kooperativen Gesamtleistung“ des (kooperativen) Unternehmens oder einer (kooperativen) Organisation?“
h.   „Wie kann das Unternehmen/die Organisation eine „Kooperations-Zertifizierung“ für ein positives Gesamtbild nach außen – sogar wirtschaftlich vorteilhaft - nutzen (Kooperations-Erfolg im weiteren Sinne)?“

Anhand dieser wenigen Hinweise ist deutlich erkennbar, dass es künftig nicht mehr gelingen kann, sich – vereinfacht gesagt - ein „kooperatives Mäntelchen“ umzuhängen (oder auch nicht), um sich als „Freund“ oder „Nicht-Freund“ von Kooperation „feiern“ zu lassen. Die bisher gern genutzte Variante, sich als „fortschrittlich“ zu gerieren, weil man eine Unternehmens- oder Organisationsform repräsentiert, die gern und oft über „Kooperation“ redet und von der man gemeinhin annimmt, dass sie per se „kooperationsförderlich“ sei, ist vorbei.

Nunmehr wird man genauer hinsehen können, ob das „was draufsteht“ auch wirklich „drin“ ist.
Jetzt sind besonders Genossenschaften gefordert, voran zu gehen und Nachweis anzutreten, ob sie einen solchen „Kooperations-Test“ auch wirklich bestehen werden. …

Nicht der Staat entscheidet über Kooperation, die Menschen müssen und können es selbst lernen und tun.
Mehr Selbstorganisation zu fordern und zu fördern, heißt mehr SELBSTVERANTORTUNG und mehr Kooperation zuzulassen. Wer nach „mehr Staat“ ruft, lehnt jedoch eigentlich Kooperation ab. …