|
*Geno-FAQ –
Zukunft in Genossenschaft* |
|
|
|
Das Kern-Problem: … die Wirklichkeit
sieht anders aus: Die Rechtsform Genossenschaft befindet sich – derzeit,
anders als erwartet – in einer „Phase des Schwächelns“. Entgegen der „landläufigen“
Meinung sinkt die Anzahl der Genossenschaften! … Die „Schallgrenze“ von 8000 Genossenschaften in
Deutschland ist längst unterschritten. Manche gehen sogar davon aus,
dass es nur noch ca. 7.000 Genossenschaften gibt. … Diese Entwicklung ist umso „tragischer“, weil Genossenschaften
zwei wesentliche „Probleme“ in unserem Land lösen könnten: 1. Die
sich weiter verschlechternde Verteilungsgerechtigkeit 2. Die
Notwendigkeit von mehr (Mit-)unternehmerischer Teilhabe (Partizipation) Um eine Trendumkehr bei der Gründung neuer Genossenschaften zu
erreichen, müsste der wesentliche KERN jeder Genossenschaft, die Ø Mitglieder-Förderung
(Förderzweck) deutlicher herausgestellt werden. … Den meisten Menschen ist jedoch nach wie vor dieser Vorteil
(Mitgliederförderung nicht bekannt. … Offensichtlich jedoch nicht nur den meisten Menschen nicht, auch
der Staat selbst scheint uneins zu sein, wie er mit diesem Thema umgeht. Da gibt es gerade jetzt so etwas wie einen „Glaubenskampf“ zwischen
„Genossenschafts- und Steuerrecht“. … Der Auftrag der einen Seite (Steuern, Finanzen) lautet
etwa so: Ø Wir
brauchen gerade jetzt mehr Steuereinnahmen, um den neuen
Herausforderungen (Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft) gewachsen zu sein. Der Auftrag der anderen Seite (Wirtschaft, Soziales)
lautet etwa so: Ø Wir
brauchen gerade jetzt mehr sichtbare Signale gegenüber den Menschen, die
Identifikation mit Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zu erhöhen. Unstreitig ist wohl insgesamt: Ø Wir
benötigen dringend mehr Genossenschaften! Um das zu erreichen, muss deutlich werden, welchen
entscheidenden VORTEIL Genossenschaften bieten: Ø Sie
sind die einzige Rechtsform, die – gesetzlich verpflichtend – die Förderung
ihrer Mitglieder fordert! Im Klartext: Ø Wer
sich für Genossenschaft entscheidet, kann sicher sein, dass jedes Mitglied
gefördert werden muss! Geschieht das nicht, wäre die Rechtsform zu wechseln; im
Zweifel staatlich verfügt. … Was aber genau ist diese Mitgliederförderung? Das ist – zu Recht – nicht staatlich geregelt, sondern obliegt
der Souveränität der Mitglieder. … Es gibt dazu eigentlich nur eine „natürliche Begrenzung“: Ø Gefördert
werden kann nur im Rahmen der erwirtschafteten Erträge und unter Berücksichtigung
der Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsbetriebs Genossenschaft. Halten wir fest: Ø Über
Art, Umfang und letztlich die Höhe der Mitgliederförderung entscheiden die
Mitglieder selbst! Ø Diese
Mitgiederförderung wirdjedoch bei
jeder Art von Genossenschaft anders aussehen (müssen) Ø Ein
Eingriff Dritter in diese Souveränität ist auch seitens des Staates nicht -
weder direkt noch indirekt – möglich. Aber ist das wirklich so? Man wird den Eindruck nicht los,
dass staatliche „Finanzinteressen“ derzeit die „Oberhand“ zu gewinnen
scheinen. … Auch wenn es nicht so gemeint sein sollte, es geschieht
faktisch und ist mehr als nur ein „Kavaliers-Delikt“: Die Mitglieder-Förderung – die Grundsäule des gesamten
Genossenschaftswesens und die Souveränität der Mitglieder – könnte quasi zur
Disposition stehen: Ø Das
„Einfalls-Tor“ heißt offensichtlich „Steuerrecht“! Die entscheidenden Fragen heißen: Ø In
welchem Umfang, wie und warum kann der Staat mittels „Versteuerung“ die
Förderwirtschaft der Mitglieder schmälern? Ø Unterliegt
die Mitgliederförderung überhaupt und wie der Besteuerung; und wenn ja,
müsste es dazu nicht eindeutige rechtliche Grundlagen geben? Ø Kann
es wirklich der „Steuerverwaltung“ (Steuerprüfung) anheimgestellt werden,
sozusagen nachträglich derart grundlegende Rechte gestalterisch zu
beeinflusse? Letztlich geht es um nicht weniger als die Entwiucklung des
gesamten Genossenschaftswesens. Ausgerechnet in einer Phase der Schwächung des
Genossenschaftswesens (deutlich sinkende Genossenschafts-Zahlen (!))
geschieht ein massiver Eingriff in das „Herzstück“ jeder Genossenschaft, die „Mitglieder-Förderung“.
… Es mag sein, dass nicht jede Form der Mitglieder-Förderung dem
Genossenschaftsgedanken entspricht, aber dann müsste das wohl gesetzlich
geregelt sein oder werden. Was nicht geht, ist dass „Steuerprüfern“ oder auch danach ggf.
der „Steuergerichtsbarkeit“ überlassen bleibt, Grundlagen des
Genossenschaftswesens zu definieren. Mitgliederförderung ist Genossenschaftsrecht! Dabei wird nicht
nach „Klassen oder Gruppen“ unterschieden. Sofern der Gesetzgeber eine
Differenzierung will oder gewollt hätte, müsste er dies wohl gesetzlich deutlich
regeln! Wir vermögen derzeit keine solcher Absichten zu erkennen. Damit steht Gesetz (GenG) gegen „steurrechtliche Verwaltungsinterpretationen“
(UstG, EstG). Für einen grundlegenden Paradigmenwechsel im
GenossenschaftsRecht dürfte das wohl zu wenig sein. Jetzt ist der
Gesetzgeber gefordert und möglichst zeitnah! Denn Tag für Tag werden neue
„Überraschungen“ der Finanzbürokratie (Steuerprüfungen) präsentiert, die
nicht nur die Grundlagen des Genossenschaftswesens negativ beeinflussen,
sondern auch z.B. Steuerberater vor unlösbare. Teils „rufschädigende“ Aufgaben
stellen. Wie bereits angemerkt: Ø Alle
Parteien sind sich – soweit wir das erkennen – einig darin, den Genossenschafts-Sektor
zu stärken, weil er wichtige Zukunftsfunktionen erfüllt: A. Für
eine gerechtere (Vemögens-) Verteilung zu sorgen. B. Das Element
der (Mit-) unternehmerischen Partizipation zu stärken. Das kann glaubwürdig nur dann geschehen, wenn man bezüglich
der Substanz jeder Genossenschaft - den Förderauftrag zugunsten der
Mitglieder - berechnenbare Grundlagen schafft. … Vorstände und Aufsichträte von Genossenschaften und
Berater dieser Genossenschaften, müssen den Mitgliedern oder
potentiellen Mitgliedern, verläßlich Auskunft geben können, wie sich der Förderzweck
faktisch – fallbezogen - auswirkt. … |
|
|
|
Frage (Die Essenz zahlreicher ähnlicher Fragen bzw.
Hinweise) |
|
Wir wurden von unserem Vorstand
informiert, dass inzwischen die Finanzbehörden davon ausgehen, dass unsere
Mitgliederförderung zu versteuern sei. Man spricht sowohl von Umsatzsteuern,
wie auch von Einkommens- bzw. Körperschaftssteuern. Auch werden Stimmen laut,
von „Steuerhinterziehung“ auszugehen. Tatsache ist, daß letztlich faktisch
eine nicht unerhebliche Schmälerung unserer Förderungsleistungen eintritt. … Ist die Mitgliederförderung nun
ernst gemeint oder nicht. Wie sollen wir mit dieser Situation umgehen? Wir sehen darin eine Art „heimlichen“ Eingriff in das „Grundrecht“
jeder Genossenschaft, die Pflicht zur Mitgliederförderung. … Wie sehen Sie das, was wäre zu tun? |
|
Antwort (Die Essenz unserer Antwort) |
|
Zunächst würden wir - ganz
allgemein - raten: Ø Setzen
Sie sich umgehend mit dem/der zuständigen Bundestagsabgeordneten ihres
Wahlkreises in Verbindung. Informieren Sie diese über die Situation,
suchen Sie direkte Gesprächskontakte. Ø Dabei
machen Sie nicht unbedingt Unterschiede darin, welcher Partei diese
angehören. Ø Wichtig
ist, dass Sie deren Interesse wecken und ihnen die (politischen)
Zusammenhänge schildern. Bei der Vielzahl der Themen, können Sie nicht davon
ausgehen, dass Abgeordnete jede Situation – im Hinblick auf deren Tragweite –
auch wirklich beurteilen können. Ø Durch
das persönliche Gespräch wird erreicht, dass die „Politische Brisanz“
deutlich wird. Das kann man nicht der (Steuer-) „Verwaltung“
überlassen. Ø Natürlich
müssen Sie die Ihnen zustehenden „Rechtsmittel“ rechtzeitig einreichen. Das
kann auch zunächst – rein fristwahrend – d.h. ohne detaillierte Begründung –
erfolgen. Ø Abgeordnete
haben jedoch jederzeit das Recht sich direkt an die „Führung“ z.B. des
Finanz- Ministeriums zu wenden. Ihr Kontakt ist also unmittelbarer und es
wird i.d.R. auch recht zeitnah „politisch“ reagiert. Ø Überjaupt
würden wir jeder Genossenschaft empfehlen, den Kontakt zu dem/der
jeweiligen Wahlkreisabgeordnete/n zu pflegen. Wir sehen bei den von Ihnen geschilderten
Vorgängen in der Tat ein „Politikum“, denn „Recht und Pflicht zur
Mitglieder-Förderung“ ist alles andere als ein „Verwaltungs-Vorgang“, er
ist grundlegend „politisch“, weil er die Substanz des gesamten
Genossenschaftswesens tangiert. … Ø „Wehret
den Anfängen“ – dies Sprichwort könnte hier sicherlich anzuwenden sein. … Auf Euere Fragen werden wir
noch spezieller – sofern gewünscht -eingehen. Zunächst erscheint es jedoch wichtig,
die Brisanz und die grundlegenderen Folgen dieser („Steuer-„) Entwicklungen in
das Bewusstsein der Politik zu bringen. … |
|
|
|
Kooperative Intelligenz – Unser eigener Körper zeigt, wie es geht … |
|
Hinweis:
Wir veröffentlichen hier lediglich Auszüge aus unseren Antworten. |
|
|
|
Redaktion: AG Geno-FAQ
im SmartCoop Forschungsinstitut (SCFI), dem ThinkTank des
Bundesverbandes MMW e.V. – Dach-u. Spitzenverband der Ganzheitlichen und
Nachhaltigen Cooperations- u.
Genossenschaftswirtschaft (www.bundesverband-mmw.de) – info@coopgo-dialoge.de |
Das SCFI ist zugleich ForschungsInstitut und ThinkTank des Bundesverbandes MMWCoopGo für Kooperationen und Genossenschaften. Kooperation (COOP) ist der wohl wichtigste TREND unserer Gesellschaft. SCFI und MMW müssen nicht mit allen Veröffentlichungen konform gehen. Wichtiger ist, dass Beiträge den Kooperativen Wandel zum Ziel haben. Wir veröffentlichen hier - aus unseren Fachgruppen - "CoopGo-Dialoge" zur praxisbezogen Nutzung.
SmartCoop-SCFI
24.3.22
Genossenschaften – politisch wichtiger denn je! Das sehen Finanzbehördern aber offensichtlich anders …
11.4.21
Genossenschaften – Bekenntnis zum „Kooperativen Wandel“?!
|
Essenz: Gute Fragen sind wichtiger als vorschnelle
Antworten, weil Antworten recht schnell – wenn auch verdeckt – Voreinstellungen
bzw. Präferenzen widerspiegeln. Am Übergang von „Konkurrenz-Gesellschaft“ zum „Kooperativen Wandel“ geht es
um „Inklusion“. Keine Gruppe sollte
übersehen oder gar ausgegrenzt werden. Es gibt keine „partielle Kooperation“, es gibt nur eine gemeinsame „Kooperations-Gesellschaft“. Der „Kooperation“ ist es egal: · Mit welchen
Motiven sich die „Tür“ zur Einsicht öffnet. Wichtiger ist, dass wir erkennen: ·
Dass die Idee der „Gegeneinander-Gesellschaft“ keine überzeugenden Lösungen
(mehr) hat bzw. sogar haben kann oder wird, die Zukunftsfähigkeit unseren
Kindern zu „garantieren“. Dagegen wirken Fragen von irgendwelchen „Steuervorteilen“
geradezu banal. Genossenschaften sind (derzeit) wohl die einzige Rechtsform, um
diesen notwendigen (kooperativen)
Wandel real gestalten zu können. Wer jetzt auf die
Idee kommt, bereits seit langem bestehende Steuerthemen als Wachstums-Barriere für
Kooperations-Wachstum zu
sehen, übersieht den „Ernst“ der Lage: · Priorität sollte
jetzt der zeitnahe Umbau der Konkurrenz-Gesellschaft haben. Was jemanden dazu bewegt, faktisch den notwendigen,
Kooperativen Wandel zu befördern, ist zunächst nachrangig. · Entscheidend ist (s)eine faktische Zustimmung und
die damit verbundene Stärkung des Kooperativen
Wandels. Wer jetzt – alt bekannte Probleme der Konkurrenz-Gesellschaft
(wie z.B. „Verteilungs-Gerechtigkeit“) - zu Hindernissen für eine Stärkung
des Kooperations-Sektors „hochstilisiert“, beteiligt sich – bewusst oder
unbewusst – daran: · Künstlich
Barrieren gegen einen Kooperativen Wandel aufzubauen. … Genossenschaftsverbände sollten sich genauer
überlegen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem geben könnte, was sie sagen
und was sie damit eigentlich verursachen. Aus unserer Sicht hat der Kooperative Wandel jetzt oberste Priorität und es wäre gut: · Wenn
Genossenschaftsverbände das auch deutlich zum Ausdruck bringen würden …
|
|
Frage: |
|
Wir diskutieren in unserem Wirtschafts-Seminar über das Thema „Ideologie
im Wandel der Zeiten“. Ein Teilbereich ist die Beurteilung verschiedener
Wirtschaftskonzeptionen, wie z.B. Genossenschaften. Früher waren
Zusammenschlüsse eine Art „Schutz“ vor Armut oder Reaktion auf Notlagen. Es
gab schließlich auch keine „staatliche Fürsorge“. Aber immer noch wird der
Bezug von Genossenschaften auf Gruppen reduziert, die in irgendeiner Form als
„benachteiligt“ angesehen werden. Aus moderner Sicht sehen wir
Genossenschaften nicht mehr als „arme Leute Veranstaltung“, sondern
als eine „Rechtsform“, die den Gedanken der Kooperation zur Wirkung bzw.
Umsetzung bringt. … Aus diesem Grunde können wir auch nicht die Aufregung verstehen, wenn
man sich darüber aufregt, dass „Reiche“ erkennen, dass auch ihnen
Genossenschaften Vorteile bringen. … Sie zeigen damit doch eigentlich deutlich auf, erkannt zu haben, dass
Kooperation vorteilhaft ist und ein „kooperativer Wandel“ ein Weg in die richtige
Richtung ist. … Das Thema „Steuern sparen“ hat (nicht nur, aber logischerweise besonders)
bei „Reichen“ – logischerweise - schon
immer eine besondere Rolle gespielt. „Steuer-Spar-Beratung“ – davon lebt ein Berufsstand
(Steuerberater, Wirtschaftsprüfer) gut und mit „hohem“ Ansehen. Komisch, erst
als (endlich) von diesen auch die „Kooperation“ (Genossenschaft) als „Normalität“
erkannt wurde, meldeten sich die „Sozial-Romantiker“ zu Wort und kamen zu der
merkwürdigen „Haltung“, dass man „Steuern Sparen“ zwar als „richtig“ empfand,
jedoch nicht für und in Genossenschaften. Wer sich etwas mit „Zahlen“
beschäftigt, sollte erkennen, worüber man sich „aufregt: Es gibt etwa 3,3
Millionen Unternehmen in Deutschland. Davon sind jedoch nur 8 Tausend
als Genossenschaften tätig(!!!)… Worüber reden eigentlich die Genossenschaftsverbände? Lenken sie nur ab,
von ihrem eigentlichen „Problemen“: Endlich Genossenschaften als
attraktive Rechtsform darzustellen! Man braucht sie, um nicht nur über „Kooperativen
Wandel“ zu reden, sondern ihn auch herabeizuführen. … |
|
Antwort: |
|
Wir sehen,
unsere (vorab gestellten) „Fragen“ haben sich gelohnt. Sie sind in
eure Diskussionen eingeflossen. … Das ist übrigens
eine unserer Grundthesen: ·
Fragen zu
stellen, ist wichtiger, als „nur“ die Antworten zu geben Noch deutlicher: · Richtige, d.h. „querdenkerische“ Fragen sind überhaupt erst die
Grundlagen für gute Antworten und Lösungen. Wer immer nur
die Welt auf den „Radius eines Bierdeckels“ reduziert, sozusagen den „Rest
der Welt“ einfach ausblendet, kann kaum behaupten, ernst genommen zu werden
oder „Gehör“ zu finden. … Kennt ihr z.B. (Genossenschafts-)
Verbände, die überhaupt bereit sind, „Fragen“, vor allem „innovative“ zu
stellen? Vermutlich eher nicht, denn sie tun so, als wäre bereits alles „gelöst“
und man müsse sorgsam darauf achten, dass nicht das „alte“ plötzlich doch „in
(eine) Frage“ gestellt wird. … „In-frage-stellen“ ist eines der
unbeliebtesten Worte von Verbänden überhaupt. Dabei ist aber genau das der
oft notwendige „Startup“ zu neuen Möglichkeiten. … Beginnen wir mit
dem Fragestellen, wie wir sie eigentlich – in diesem Falle – von Genossenschaftsverbänden
erwarten würden: ·
Was ist der Grund,
weswegen es in Deutschland so beindruckend wenige Unternehmen in der
Rechtsform einer Genossenschaft gibt? ·
Was ist der Grund,
weshalb Deutschland – im EU-Rahmen gesehen – seit Jahren den geringsten
Zuwachs an Genossenschaften hat, wobei man doch sich als das „Erfinderland
(Raiffeisen)“ für diese Rechtsform hält? ·
Was ist der Grund,
weshalb man Genossenschaften und Genossenschaftsgründer sozusagen unter die „Vormundschaft“
von „staatskontrollierten“ Verbänden stellt? ·
Was bedeutet es,
jemand unter „Aufsicht“ (Vormundschaft) zu stellen? Im Privatleben
heißt das: Du bist „entmündigt“, zumindest nicht voll „geschäftsfähig“. ·
Was waren die „Gesamt-Motive“
des Herrn Raiffeisen, vor 200 Jahren den Weg zu einer Rechtsform „Genossenschaft“
zu bahnen? War das wirklich nur „soziale Dienstleistung“ oder bestanden
zugleich auch politische Beweggründe; und welche waren das damals und welche davon
könnten noch heute davon gelten? Usw. Wir wollen die „Genossenschaftsverbände“
nicht überfordern, aber einige Fragen seien noch erlaubt: ·
Gibt es irgendwo
die Idee, wie eine „Kooperations-Gesellschaft“ aussehen könnte bzw.
wie man den Weg dahin zumindest anbahnen möchte? ·
Will man
weiterhin die Trennung in „Gegensätzen“ (arm/reich, gut/böse,
richtig/falsch, usw.) aufrecht erhalten, dann muss man sich von einer „Kooperations-Gesellschaft“
verabschieden, sich weiterhin mit der „Konkurrenz-Gesellschaft“ arrangieren
und wird letztlich seine „Daseins-Berechtigung“ verlieren, zumindest in Bezug
auf „Gestaltungsfähigkeit“. ·
Will man nicht
zur Kenntnis nehmen, dass in der gesamten EU (außer Österreich) es keine „Zensur-Behörden“
für Genossenschaften mit Namen Genossenschaftsverbände gibt, in denen man
„zwangsweise“ Mitglied sein muss, um sich überhaupt als Genossenschaft
„formen“ zu können und dass man in fast allen EU-Ländern ein expandierendes
Genossenschafts-System gibt, während man sich hier (in Deutschland) auf „Nebenschauplätzen“ profiliert und „zensiert“? ·
Will man
ernsthaft mit längst überholten weltanschaulichen „Sozialromantizismen“ ein modernes
Genossenschaftswesen – zwar unbewusst, aber dennoch so seiend – „verspielen“,
weil man „spaltet“, statt zusammenführen, indem man – verdeckt –
legale Vorteile mit Begriffen von „gut oder ungut“ bewertet? Wie anders
sollte man die derzeit laufende Diskussion bewerten, wenn
Genossenschaftsverbände sich allen ernstes auf Diskussionen einlassen,
teilweise sie sogar initiieren, dass es ein „Zwei-Klassen-Steuerrecht“ geben
sollte, in dem letztlich es Rechtsformen gäbe, die weniger oder keine
Steuervorteile hätten und welche, die „steuer-affin“ sind. … In jedem „Existenz-Gründer-Seminar“
– sogar des BMWI – spielen Steuern eine nicht unbedeutende Rolle. … Steuerberater
sind eigentlich ein angesehener Berufsstand. Was aber tun
sie eigentlich? Na klar, sie empfehlen „Steuern zu sparen“ und wenn es im
Ausland besser geht, empfehlen sie sogar „Betriebs-verlegungen“. Mal ehrlich,
wer kennt einen Wirtschaftsverband oder gar eine Interessenvertretung der
Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, den das bisher „gestört“ hätte. … Aber merkwürdig: ·
Als Steuerberater
– endlich – auch Genossenschaften „inkludierten“, brach eine Art „Stampede“
los, das sei von „Übel“. Wohl gemerkt, nicht die Steuerberater haben diese „Bauchschmerzen“
artikuliert, sondern die Genossenschafts-verbände. … Natürlich auch
die Presse, in völliger Verkennung der Zusammenhänge – oder war es bei
denen doch irgendwie „politisch“ motiviert? Ihr habt
hoffentlich bemerkt, dass wir bisher lediglich versucht haben „gute“, d.h.
tiefgründige bzw. „querdenkerische“ Fragen zu formulieren. .. Aber Ihr merkt deutlich,
wie wichtig es ist, zunächst gute (d.h. offene Fragen) zu stellen. Je
mehr Fragen, umso besser. Die Antworten
dazu wollen wir euch (ebenfalls zunächst) gern überlassen. … Wir regen an,
diese (Frage-)Methode – auch in eurem Wissenschaftsbetrieb – immer wieder
zu trainieren. … Selbst „Nobel-Preisträger“
(und alle Wissenschaftler) sind sich der „Vorläufigkeit“ ihrer
Antworten bewusst, denn sie beginnen recht zeitnah damit „neue“ Fragen zu
formulieren. … Gern – sofern Ihr
es wünscht – gehen wir auch zu Antworten über, wohl wissend, dass auch diese
wiederum nur „vorläufig“ sind. … Unser Anliegen
ist der „Kooperative Wandel“ und Genossenschaften sind
(derzeit) wohl eine der wichtigsten Rechtsformen zum „Einstieg in den
Umstieg“ – aber bitte für ALLE, die guten Willens sind. … Genau hierin
liegt die Herausforderung moderner Kooperations- bzw. Genossenschaftsverbände,
sofern sie es „ernst“ meinen und erkennen dass die nachfolgende Erkenntnis durchaus
stimmig ist: Kooperation – Ist
die geniale Erfindung des (ganzheitlichen, nachhaltigen) Vorteils für Alle
Menschen. Unser Körper ist – ein von jedem selbst nachvollziehbares Vorbild! … |
|
Redaktion: Fachgruppe GenoFAQ - im SmartCoop
ForschungsInstitut (SCFI) des Bundesverbandes MMW (Spitzen- und
Dachverband der Cooperations- und
Genossenschaftswirtschaft) i.V.m. Experten aus Theorie und Praxis der
Bereiche Genossenschaften und Kooperationen – www.Bundesverband-MMW.de – Kontakt: gks@menschen-machen-wirtschaft.de |
|
Unsere Berater für Genossenschaftsfragen: DEGP
Deutsch-Europäischer Genossenschafts- u. Prüfungsverband e.V. (info@degp.de) und der CoopGo Bund
Freier Genossenschaften (gw@coopgo.de) |
|
Unser Berater für QuantenManagement ist das QuantenInstitut (IWMC Internationale
Wissenschafts-u. MedienCooperation) und seine diversen Fachgruppen info@quanteninstitut.de |
17.2.21
Steuern sparen in Genossenschaft – Das große Missverständnis …
|
|
|
Frage: |
|
Wir haben in unserem Sportverein
gehört, dass man mit Genossenschaften gut Steuern sparen könne. Ein
Vermögensberater, zugleich Mitglied in unserem Verein, hat demnächst zu einer
Beratungsveranstaltung eingeladen. Er will unterstützen bei der Gründung von
Genossenschaften für Vereinsmitglieder. Vereinsmitglieder bekommen von ihm
einen „Vereinsrabatt“ von 50%. Dennoch ist der Preis pro Gründung immer noch
recht hoch, ca. 5.000.- bis 7.000.- EURO. Gerechtfertigt sei der Preis
aufgrund enormer Steuervorteile, die locker mit einer Genossenschaft im
ersten Jahr bereits eingespielt sein könnten, je nach Immobilienvermögen der
Gründer. ….. Und außerdem bekäme der Verein
noch eine gute „Spende“ für jede gegründete Genossenschaft, was auch wiederum
den Vereinsmitgliedern zukommen würde. …. Der Berater meinte, das sei doch
ein „Superding“: Steuern sparen der Mitglieder, sponsern des Vereins, …. Wenn
das viele Mitglieder machen, könne man endlich ein neues Vereinshaus bauen
und neue Mitglieder anwerben. …. Unsere Frage: Geht so etwas überhaupt
und welches Risiko haben dabei Mitglieder, wenn es doch nicht
funktioniert? |
|
Antwort |
|
·
Förder-Motiv – Steuerersparnis Fall A – WIR wird gesagt – „Ich“ ist gemeint! Es ist als originäres „Gründungs-Prinzip“ (auch wenn das nicht offen so
genannt wird) eigentlich kein „Förderprinzip“. Dies gilt zumal, wenn leicht
erkennbar ist, dass eigentlich der Initiator die übrigen Mitglieder lediglich
„benutzt“, um selbst (also eigene) Steuern zu sparen. Hier dient die
Gemeinschaft nur dem Initiator, seine eigenen Vorteile – also nicht die aller
Mitglieder – zu fördern. Der „WIR-Gedanke“ wird sozusagen auf den
„Ich-Gedanken“ reduziert. So ist WIR aber nicht gemeint. Fall B – WIR wird gesagt – „WIR“ ist auch gemeint! Anders könnte der Vorgang zu bewerten sein, wenn sich gezielt drei oder
mehr „Personen“ zusammentun, weil sie damit – potenziell für alle drei –
(besser als allein) z.B. Steuern sparen könnten. Damit würde der (definierte) „Förderzweck“ dieses „Steuerersparnis-Motiv“
bereits zum Ausdruck bringen und der Unternehmensgegenstand würde näher
beschreiben, wie und womit genauer, das Ziel erreicht werden soll. Die Mitglieder-Förderung ist entweder wirtschaftlich, sozial oder kulturell
bezogen. Da es sich bei einer Genossenschaft um einen
„Wirtschaftsbetrieb“ (Unternehmens-Form) handelt, kann der natürlich auch
„soziale“ und „kulturelle“ Ausprägungen haben, bleibt aber stets ein
„Unternehmen“. Man kann also nicht grundsätzlich sagen, dass: ·
„Steuern-Sparen“ ein Grund
sein kann, um die Gründung einer Genossenschaft infrage zu stellen. Sie jedoch als „verdeckte individuelle Steuer-Oase“
darzustellen, lässt die Gründung vermutlich daran scheitern, dass eigentlich
die übrigen Mitglieder der Genossenschaft lediglich dazu „benutzt“
werden, um das „individuelle“ Ziel (Steuer-Vorteil) zu erreichen. …. Wird die faktische „Wahrnehmungsfähigkeit“ der Förderwirtschaft
jedoch auf einen einzelnen Initiator reduziert, macht dies die Wahl einer
Genossenschaft unmöglich, weil der „Förderzweck“ ein individueller und
kein „genossenschaftlicher“ (ganzheitlich kooperativer) ist, auch wenn es
(theoretisch) anders dargestellt sein sollte. Machen wir es deutlicher: Schließen sich (mindestens) drei Personen zusammen, die allesamt
„förderwirtschaftliche Nutznießer“ dieser Genossenschaft sein können
und wollen und ist eine nachhaltige wirtschaftliche, soziale oder kulturelle „Erwerbswirtschaft“
zu erkennen, spricht eigentlich nichts dagegen, dies – egal was zu fördern
wäre – abstrakt generell als Genossenschaft zu tun. … Wäre dem nicht so, würde entweder keine Eintragung als Genossenschaft
erfolgen oder wird eine spätere Auflösung (Liquidation) zu befürchten sein. Das Verhalten dieses von Ihnen geschilderten „Immobilienberaters“ deutet
nicht darauf hin, dass er/sie wirklich das „Prinzip Genossenschaft“
bereits verstanden hat. Solche Fälle sind nicht ganz unbekannt. Ob die Gründung einer Genossenschaft solche „Preise“ erfordert, sollte
vom „Beratungs-Input“ abhängen. Wenn Sie möchten, senden Sie uns das „Angebot“
zu, wir werden dazu Hinweise geben. Auch hier geht es eigentlich nicht zuvörderst
um den Preis, eher um das ausgewogene Verhältnis von „Preis und
Leistung“…. Wir empfehlen: ·
Gehen Sie auf solche Angebote ein, sollten Sie
darauf achten, eine „Rücktrittsklausel“ einzufügen. Damit wäre zumindest
sichergestellt, dass keine Kosten entstehen für eine Leistung, die nicht
zum erwünschten Erfolg führt. … Das Konzept ist insgesamt gesehen (Vorteil für Genossenschaft und
zugleich Vorteil für den Verein) durchaus nachvollziehbar. …. Wir betonen ausdrücklich, dass Genossenschaften keine „sozialen
Hemmschwellen“ haben, also lediglich eine Veranstaltung für
„Sozialausgleich“ sind, sondern dass es zuvörderst einzig darum geht,
das „Förder-Prinzip“ (theoretisch
für alle Mitglieder) zu gewährleisten. Somit wäre auch eine
Genossenschaft denkbar, deren Mitglieder erkannt hätten, dass es leichter
wird „vermögender“ zu werden, wenn man sich zusammenschließt. Täglich beraten Steuerberater andere Unternehmensformen mittels
ausgeklügelter Konzepte „Steuern“ zu sparen (sogar durch Verlagerung von Betriebsstätten)…..
Wer sich aufregt darüber, wenn man daran denkt, auch „Steuerlasten“ in
„Genossenschaft“ zu minimieren, hat nicht verstanden, was es heißt: ·
„Coop ist die geniale Erfindung des
ganzheitlichen Vorteils“. Erinnern wir uns was Herr Raiffeisen vor über 200 Jahren sagte ·
„Was der Einzelne nicht schafft, schafft die
Gemeinschaft“ Er sagte nicht, dass dieses Prinzip nur zur „Armutsbegrenzung“ zu
dienen habe. … Die Zeiten und Situationen haben sich inzwischen deutlich gewandelt,
aber das Prinzip Mitglieder-Förderung hat hat mehr denn je seine
Bedeutung und Güligkeit bewahrt: ·
Kooperation ist natürlich, effektiv und
effizient! Unser Körper nutzt dies faszinierend. Er fragt auch nicht, ob nun eher
unser Herz, die Lunge, eher die Augen oder unser Hirn zu „versorgen“ sind. Es gibt in der Kooperation keine Wertigkeit oder Dominanz. Überträgt man
dies Prinzip auf „Gesellschaft“, dann wird deutlich, wie „komisch“ es ist, „soziale
Kriterien“ als kooperatives „Selektions-Instrument“ zu definieren. Denn unser Körper käme nicht auf die Idee, zu entscheiden, dass Organ A
oder B unversorgt zu belassen wäre. So ist es aber, wenn eine Genossenschaft zustandekommt, obwohl einige
Mitglieder von den erkannten Vorteilen faktisch ausgeschlossen wären. Also: ·
Der gilt Förderzweck für Alle – oder es ist eben
keine Kooperation (Genossenschaft)! |
|
Redaktion: AG
„Coop-FAQ“ im IWMC QuantenInstitut
Kontakt: info@quanteninstitut.de Hinweis: Fragen sind ggf. redaktionell gekürzt, ohne den Inhalt zu verändern. |
|
In Fragen
der Kooperation werden wir beraten vom SmartCoop Forschungsinstitut (SVFI)
des Bundesverbandes MMW e.V. (Cooperations- u. Genossenschaftswirtschaft) |

