SmartCoop-SCFI

"SmartCoop" heißt "intelligent kooperieren". Gibt es auch Kooperation, die nicht "intelligent" ist"? Bewusst wohl nicht, aber unbewusst durchaus. Unbewusst", so stellt man oftmals fest - werden wichtige Coop-Elemente schlichtweg übersehen. Meist sind das jedoch genau die Elemente, die das ausmachen, was man als die (entscheidenden) als Wirk-Kraft-Vorteile bezeichnen könnte. Kooperation ist - von Natur aus - normal;" jeder Form von Konkurrenz überlegen. Wir wollen in diesem Blog den Nachweis dieser Annahme erbringen. Das "SmartCoop - ForschungsInstitut" (SCFI) führt Wissenschaftler, Fachberater, Manager und andere Expertengruppen zusammen, um die jetzt notwendigen - COOP-ZUKUNFTS-BILDER - für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft - entstehen zu lassen. Wir "experimentieren" mit vielen neuen "Werkzeugen", was natürlich auch "Anleihen" aus der QuantenPhysik einschließt. Hier kooperieren wir mit dem IWMC (Internationale Wissenschafts-Cooperation für angewandte Quantenphysik). Wir veröffentlichen auf diesem Blog - anwendungsbezogen - vor allem Auszüge aus unserer diskursiven Forschungs-Praxis. Über die Arbeit unserer Fachgruppen informieren eigene FachBlogs, wie z.B.: Modernes Genossenschaftswesen - GenoGenial - Genossenschaft-Online, Genossenschaftskommentar - CoopTransform, CoopGo-Dialog, CoopGo-Politik, QuantenManagement. (Koordination der Arbeit des SCFI: Gerd K. Schaumann)

28.6.21

"Geno-Starter" - "GenoCoop-Starter": Der Unterschied ist bedeutsam ,,,

  


*CoopGo-Dialoge*

Beiträge zu einer zukunftsfähigen

Genossenschafts- und Kooperations-Theorie

 

Thema:

 

 „Geno-Starter“ – „GenoCoop-Starter“: Der Unterschied …

 

Intro – (Die Essenz zahlreicher ähnlicher Fragen bzw. Hinweise)

 

Der Begriff „Geno-Starter“ macht nicht den Unterschied deutlich, dass es zwischen den Motiven zur Genossenschafts-Gründung erhebliche Unterschiede gibt. Wie könnte man das nach außen kenntnlich machen?

 

Die „CoopGo-Dialoge“-Sicht

 

In der bisherigen „Gründer-Szene“ von Genossenschaften in Deutschland hat sich der Begriff „Geno-Starter“ für „Genossenschafts-Gründungen“ durchaus eingebürgert. Dieser „Begriffs-Wandel“ scheint auch Teil eines sich wandelnden Genossenschafts-Selbstverständnisses zu sein. …

Vielen Gründern von Genossenschaften ist inzwischen durchaus deutlich geworden, in welchem „politischen Kontext“ sie agieren. …

Immer mehr wirkt jedoch gerade für junge Gründer der „Begriff“ Genossenschaft als „Synonym“ für „Stabilisierung der Konkurrenz-Gesellschaft“.

Um dies zu vermeiden, wird der „Ruf“ lauter, auch nach außen deutlich erkennbar – mehr oder weniger klar - zu signalisieren, dass man Teil der sich entwickelnden „Kooperations-Gesellschaft“ ist bzw. sein will. …

Um für dieses – nachvollziehbare und recht sinnvolle Begehren - eine (zumindest vorläufige) „Lösung“ zu bieten, könnten wir uns gut vorstellen, bei solchen Gründungs-Initiativen von „GenoCoop-Startern“ zu sprechen. Kurz erinnert:

·         Wir haben in einem der vorangegenen „CoopGo-Dialoge“ darauf hingewiesen, dass wir bei Genossenschaften so etwas wie einen „dualen“ Förderzweck sehen.

Neben der Mitgliederförderung im engeren Sinne, sollte es eine (erweiterte) Sicht der Mitgliederförderung geben:

·         Eine „Kooperative Gesamt-Verantwortung“ bzw. Gesamt-Sicht.

Wir gehen davon aus, dass 200 Jahre „Raiffeisen-Sicht“ genug sind, die sich lediglich auf die „Innensicht-Mitgliederförderung“ bezog. Was im „Außen“ geschah, schien irgendwie für „Genossenschaften“ eher nachrangig zu sein. …

Dieser Ansatz war seit 200 Jahren durchaus wichtig und richtig, verfehlt aber in der heutigen Zeit das entscheidende Ziel, genannt

·         „Lebens-Existenz-Verantwortung“.

Wem es nicht einleuchtend ist, dass jede Form einer Ertragswirtschaft eines Unternehmens auch etwas damit zu tun hat, wie die Außen- d.h. Lebensgrundlagen in einer Gesellschaft beschaffen sind, hat nicht wirklich Zukunftsfähigkeit verstanden. ….

Auch wenn viele Genossenschaften es noch anders sehen möchten, gilt:

·         Wenn wir die „Lebensgrundlagen“ unserer Gesellschaft de-stabilieren, wird auch die Mitgliederförderung – in der bisherigen Form – obsolet werden bzw. sein.

Der Begriff „GenoCoop-Starter“ soll zeigen, dass die Gründer bereit sind, unternehmerische und gesellschaftliche Verantwortung als Ganzes zu sehen.

Das Ergebnis:

·         GenoCoop-Starter werden natürlich auch „Mitgliederförderung“ haben, aber nicht um „jeden Preis“!

Ihr Ertrag – der die Grundlage für jede Mitgliederförderung ist– wird vor allem ein Ertrag sein, der zugleich „Zukunfts-Förderung“ bedeutet.

Dieser Zusammenhang wird über die „Start-Phase“ hinausgehen, wird sich sozusagen  im „Alltag“ erhalten und dort bewähren müsssen. Deshalb ist es wichtig, dass auch dafür so etwas wie ein (deutlich wahrnehmbares) „Güte-Siegel“ entsteht. …

Vorläufig könnte es ausreichen, in „Genos“ (oder Genossenschaften) und „GenoCoops“ (Coop-Genossenschaften o.ä) zu differenzieren. …

·         PS: Vorschläge dazu werden gern entgegengenommen!   

 

Unsere Dialogpartner:  CoopGo-Arbeitskreis Geno-Starter

Kooperative Intelligenz – Unser eigener Körper zeigt, dass es geht …

Hinweis: Wir veröffentlichen hier lediglich Auszüge aus unseren Antworten.  

Redaktion: FG CoopGo-Dialoge im SmartCoop Forschungsinstitut (SCFI) dem ThinkTank des Bundesverbandes MMW e.V. (www.bundesverband.de)

 

27.6.21

Mitglieder-Förderung - Ein "zweischneidiges Schwert"?!

 


CoopGo-Dialoge zu einer zeitgemäßen Genossenschafts-Theorie

 

Thema:

 

Mitgliederförderung – Ein „zweischneidiges Schwert“?!

 

Intro – (Die Essenz zahlreicher ähnlicher Fragen bzw. Hinweise)

 

Es klingt gut:

·       Die Förderwirtschaft der Mitglieder einer Genossenschaft ist sozusagen „System-Voraussetzung“, um diese Rechtsform zu wählen.

Also eigentlich „alles klar“, ohne Mitgliederförderung kann:

·       Weder eine Genossenschaft gegründet werden, noch darf

·       eine Genossenschaft ohne Mitgliederförderung als Rechtsform bestehen bleiben.

Aber es sieht nur „klar“ aus, denn was und wie zu „fördern“ ist, darüber streiten sich sozusagen die (Rechts- und Steuerrechts-) Gelehrten. …

Unklar bleibt also:

·       Was genau ist diese Mitglieder-Förderung, wo beginnt sie, wo endet sie, wie wandelt sie sich und welchen Einfluss hat sie auf die Leistungsfähigkeit einer Genossenschaft. …

Als ob das nicht schon genügend „Auftrag und Aufgabe“ für Genossenschaftsverbände wäre, es ist dennoch nur ein „Ausschnitt“ des Gesamt-Themas mit Namen, wie z.B.:

·       Kooperativer Wandel

·       Kooperative Intelligenz

·       Ganzheitliche und nachhaltige Kooperations-Verantwortung

·       Genossenschaft-2.0, etc.

Interessant ist, dass vor allem jüngere „Geno-Starter“ auf diese Situation aufmerksam machen. …

Von besonderem Interesse war für sie vor allem, warum es scheinbar keine Rolle spielt, wie eine Genossenschaft sich gegenüber ihrer „Mit-Welt“ darstellt …

 

Die „SmartCoop-Dialoge-Sicht“

 

Treffender könnte man eigentlich nicht umschreiben, dass es dringend einer neuen, d.h. zeitgemäßen „Genossenschafts-Theorie“ bedarf!

Würden wir diese Situation verkürzt zusammenfassen wollen, könnte man durchaus sagen:

A.   Genossenschaften werden derzeit (politisch) als (fester) Bestandteil der Konkurrenz-Gesellschaft angesehen, sind sozusagen, „Teil des alten Systems“.

B.  Genossenschaften sind (noch) keine „besondere“ Rechtsform, auch wenn es zunächst so zu erscheinen vermag.

C.  Sie sind jedoch „gestaltungsfähig“ (wie andere Rechtsformen auch), sich über ihre (alte) „Innen-Sicht“ hinauszubewegen.

D.  Es könnte sich – über kurz oder lang – jedoch in zahlreichen Genossenschaften die Einsicht durchsetzen (müssen), dass die „Mitgliederförderung“ nur deshalb entsteht, weil entsprechende Erträge aufgrund der „Außenbeziehung“ entstanden. Daraus sollte die Frage entstehen, woraus genauer resultierten  diese Erträge?

E.   Jede Genossenschaft „steuert“ – entweder bewusst oder unbewusst – Angebot und Absatz, also ihre Erträge, die wiederum dem Nutzen der Mitglieder dienen (Förderung der Mitglieder).

F.   Somit könnte sich – aus dieser „nutzenden“ Mitgliedschaft – durchaus die Frage stellen, z.B. die Erträge getrennt auszuweisen, nach

·       Erträge, die nachhaltig und ganzheitlich Nutzen stiften und

·       Erträge, die das nicht tun.

G.  Bei Genossenschaften, die z.B. mittels dieser Rechtsform-Entscheidung „Sonder-Vorteile“ (z.B. Steuern, etc.) erreichen, könnte durchaus die Einsicht wachsen, einen Teil dieser „Rechtsform-Vorteile“ in einen „Kooperations-Fonds“ oder eine „Kooperations-Stiftung“ einzubringen, um z.B. „Geno-Starter“ zu fördern.

Wir betonen ausdrücklich, dass wir uns erst ganz am Anfang grundlegenderer Debatten befinden, die sozusagen als „Weckruf“ dienen sollen, einen Wirtschafts- oder Gesellschafts-Sektor mit Namen „Selbstorganisation des Kooperativen Wandels“ zu entwickeln. …

Schon jetzt dürfte deutlich sein:

H.  Die über 200 Jahre „alte“ Genossenschafts-Theorie (Raiffeisen / Schulze-Delitzsch) hält uns unnötig „gefangen“, um dem Anspruch einer neuen Zeit und vor allem der Überzeugung junger Mitglieder in Genossenschaften (Geno-Starter) zu entsprechen. …

Es fehlt das „WOW-Gefühl“ und die Identifikation mit dem WIR, das jetzt dringend benötigt wird, um Zukunft gemeinsam zu gestalten.

In diesem Sinne werden auch die Begriffe

·       „Staatsaufsicht“ / „Staatskontrolle“

und

·       „Zwangsmitgliedschaft“ (in Verbindung mit „Mehrwert“)

zur Diskussion und Disposition stehen …

Die Diskussion beginn – so zeigen die „Dialoge“, beginnt „Fahrt“ aufzunehmen. …

 

Unsere Dialogpartner:  CoopGo-Arbeitskreis Geno-Starter

Kooperative Intelligenz – Unser eigener Körper zeigt, dass es geht …

Hinweis: Wir veröffentlichen hier lediglich Auszüge aus unseren Antworten.  

Redaktion: FG CoopGo-Dialoge im SmartCoop Forschungsinstitut (SCFI) dem ThinkTank des Bundesverbandes MMW e.V. (www.bundesverband.de)

 

23.6.21

Das "Kooperations-Gesetz" (KoopG) - Erleichterungen für "Geno-Starter"

 


*CoopGo - Dialoge*

Zukunftsfähige Genossenschafts- und Kooperationsentwicklungen

  

SmartCoop Forschungs-Institut

- SCFI -

Erforschung des  Kooperativen Wandels

 
ThinkTank im Bundesverband MMW e.V.

Thema:  

 

Ein Gesetz, das die Gründung für „Geno-Starter“ erleichtert: Das KoopG. (Kooperations-Gesetz)

 

Intro – (Die Essenz zahlreicher ähnlicher Fragen bzw. Hinweise)

 

Es ist gut nachvollziehbar, wenn – besonders junge Menschen – fordern, dass „Gründen“ in (kleineren) Genossenschaft zumindest zwei Erleichterungen und einen Vorteil bringen sollte:

1.   Die Gründungskosten werden deutlich reduziert.

2.   Ein Bürokratieabbau erfolgt

3.   Der Aufbau von Eigenkapital wird steuerbegünstigt.

 

Die „SmartCoop-Sicht“

 

Wir wollen euch nicht widersprechen, die „Gründungskosten“ sind in der Tat ein Gründungshemmnis. Es bleibt deshalb völlig unklar, weshalb man die beabsichtigte Einführung einer „Gründungs-Erleichterung“ im Jahre 2013 abgebrochen hat. Es gibt dazu bereits einen kompletten Gesetz-Entwurf (eingearbeitet – als Erweiterung - in das Genossenschaftsgesetz, genannt „Kooperations-Gesetz“ (KoopG – haftungsbegrenzt). …

In der Begründung für das KoopG wurden bereits zahlreiche Hinweise, die Ihr als Hindernisse aufführt, berücksichtigt. …

Fragt doch einfach mal eure Bundestags-Wahlkreisabgeordneten, weshalb dieses Gesetz es seit 8 Jahren nicht geschafft hat, realisiert zu werden.

Seid bitte nicht überrascht, wenn ihr erfahrt, dass es ausgerechnet die Genossenschaftsverbände waren, deren Lobby das verhindert hat. …

Übrigens hätte das Gesetz noch andere Vorteile:

·         Überschreitet die Genossenschaft eine bestimmte Größe nicht (heute könnte diese sich an der „Klein- bzw. Kleinstgenossenschaft“ orientieren) ist eine Pflichtmitgliedschaft in einem Prüfungsverband und sind Pflichtprüfungen nicht gesetzlich notwendig, jedoch frei wählbar.

Mögliche Argumentationen, dass damit auch „Tor und Tür“ geöffnet würden, dass sich „problematische Genossenschaftsprojekte“ legitimiert würden, wie z.B. „Steuerspar-Modell“ sind eher „vorgeschoben“. …

Solche „Probleme“ hätten dann zugleich auch (fast) alle EU-Staaten; haben sie aber nicht. …

Außerdem ist das ein Thema des Steuerrechts und hat mit Genossenschaften primär nichts zu tun. …

Die entscheidenden Vorteile überwiegen, wie z.B.:

·         Die (unbestreitbare) Kosten-Barriere für „Geno-Starter“ – im vergleich zu anderen Rechtsformen – würde beseitigt. Diese „Eintritts-Barriere“ hatte bereits 2012 (UN-Jahr der Genossenschaften) seine Berechtigung (Grund für die Schaffung des KoopG) und daran hat sich bis heute nur wenig geändert.

Die „mageren“ Zuwachsraten in Deutschland bei der Gründung von neuen Genossenschaften haben in den „rechtsformtypischen“ Sonderkosten eine wichtige Ursache, die leicht zu beseitigen wäre. …

Nichts spricht dagegen, dass bestehende oder (speziell) neue Verbände, sich nunmehr auch intensiv – aber jetzt – „mehrwert-orientiert“, für dieses Klientel öffnen bzw. (neu) anbieten. …

Da nicht auszuschließen ist, dass Initiativen zur „EU-Harmonisierung“ des Genossenschaftsrechts nicht von der Tagesordnung sind, kann diesbezüglich zunehmender Druck durchaus gemindert werden. …

Wichtiger ist jedoch:

·         Endlich können auch eher Gründungsinitiativen aus anderen EU-Staaten (z.B. Spanien, Italien, Frankreich) in Deutschland erwartet werden. Für sie war – diese „Verbandspflicht“ - noch nie „einleuchtend“.

PS:

Diese „Pflichtmitgliedschaft“ in Prüfungsverbänden hat in Deutschland ebenfalls mit überholten (staatlichen Kontroll-) „Mustern“ der Vergangenheit zu tun.

Hier lohnt es, die Schriften von Herrn W.Kaltenborn zu lesen. Das Thema „Staat-Kontrolle-Genossenschaften“ war nicht unbedingt die „Stärke“ von Herrn Raiffeisen und Verbandsstrukturen, die in seiner Tradition wirkten und wirken. …

·         Heute bedarf es einer neuen Theorie, eine die sich vor allem daran orientiert, Teil des begonnen „Kooperativen Wandels“ zu sein.

Hier wird es vor allem darum gehen, Kooperation nicht nur nach innen, sondern auch nach außen (gesellschaftsbezogen) wirken zu lassen, sozusagen

·         „Kooperative Intelligenz“ nachvollziehbar in „Aktion“ zu bringen.

Mehr als bisher, geht es jetzt um (ganzheitliche, nachhaltige) Selbstverantwortung, Selbstorganisation und Selbstverant-wortung – gleichgewichtig - nach innen und zugleich nach außen wirkend!

Z.B. wäre die Schaffung eines „Genossenschafts- und Kooperations-Beauftragten“ des Bundestages oder ein Jahresbericht „Zur Lage des Genossenschafts- und Kooperations-Entwicklung in Deutschland“ mehr Wert als über weitere staatliche Kontrollen nachzudenken, die nicht davon zeugen, dass Politik eine „Kooperations-Gesellschaft“ wirklich – als Option und Chance zur Konkurrenz-Gesellschaft – erkennt bzw. anerkennt. …

 

Unsere Dialogpartner:  Besonders junge Geno-Starter

Kooperative Intelligenz – Unser Körper zeigt, dass es geht …

Hinweis: Wir veröffentlichen hier lediglich Auszüge aus unseren Antworten.  

06842 Dessau-Roßlau   -   Oranienbauer Str.1

c/o www.bundesverband-mmw.de

Redaktion: Gerd K. Schaumann

 

22.6.21

Neue Genossenschafts-Idee? - Über "Raiffeisen" hinaus?

 


* D I A L O G E *

Zukunftsfähige

Genossenschafts- und Kooperationsentwicklungen

 


SCFI - SmartCoop

Forschungs-Institut

Kooperativer Wandel

 

CoopGo

MMW

 

 

Ein ThinkTank des

Bundesverbandes der Cooperations- u. Genossenschaftswirtschaft e.V.

 

 

Thema:  

 

Bedarf es einer neuzeitlichen Diskussion/Definition der Genossenschafts-Idee?

 

Intro – (Die Essenz zahlreicher ähnlicher Fragen bzw. Hinweise)

 

Die Ideen von F.W. Raiffeisen und H. Schulze-Delitzsch sind inzwischen in die „Jahre“ gekommen. Die Stimmen häufen sich, die zeitgemäße Antworten auf zeitgemäße Fragen fordern. Was vor über 200 Jahren richtig war, kann heute keine überzeugenden Antworten mehr geben. Einige sprechen sogar offen davon, dass solche Ideen heute sogar eine Art „Belastung“ sind, weil immer wieder der Versuch gemacht wird, völlig neue Herausforderungen mit überholten „Spielregeln“ zu begegnen. Das Menschenbild des 21. Jahrhunderts befindet sich in einer grundlegenden „Neu-Definition“. insbesondere der „Nachwuchs“ erwartet zeitgemäße Antworten. Irgendwie ein recht klarer Auftrag an die Verbände, an Forschung und Wissenschaft!? …

Wie wäre es, künftig auf „Personen-Namen“ zu verzichten und stattdessen über „neue Ideen“ zu reden, wie z.B. „Kooperations-Gesellschaft“, „Kooperativer-Wandel“ … oder schlicht „CoopGo“. ….

Die „SmartCoop-Sicht“

 

Ihr führt derzeit eine für das gesamte Genossenschaftswesen „spannende“ und wichtige Diskussion, die wir mal – vorläufig – so zusammenfassen möchten:

·         Ist jetzt eine Art „Grundsatz-Diskussion“ notwendig, die das „Genossenschaftswesen“ von seiner – meist recht verklärten - „Geschichts-Romantik“ befreit und etwas grundlegend Neues entwickelt, das dem gewandelten Bewusstsein der Menschen jetzt und vor allem in Zukunft (junge Generation) viel eher entspricht?

Wir wollen – verdeutlicht an einem Beispiel - zuspitzen:

·         Welche größere Genossenschaft (insbesondere Banken) z.B. lädt ihre Mitglieder regelmäßig zum Informations-Austausch bzw. zur „Mitglieder-Qualifizierung“ oder zumindest zu „Mitglieder-Befragungen“ ein?

Wir wollen das nicht vertiefen, lediglich fragen:

·         Welches „Menschen-Bild“ repräsentiert diese Situation wirklich?

Der dafür wohl passende Satz könnte – neutral formuliert – wohl so lauten:

·         Wir (Verbände, Vorstände, Funktionäre) - „die Auserwählten“ (oder „Ausgewählte“) - wissen, was für euch („Ahnungslose“) richtig, wichtig bzw. angemessen ist. ...

Vergegenwärtigen wir uns diese Situation, dann sind darin viele Elemente enthalten, die möglicherweise vor 200 Jahren (Raiffeisen, Schulze-Delitzsch) angemessen waren:

·         Die meisten Menschen befanden sich in einer Art „Hilfsbedürftigkeit“, waren (scheinbar) unfähig, ihre Interessen selbst zu definieren und zu vertreten.

Nicht unwichtig zu erwähnen, dass auch die Rolle der Religionen/Kirchen hierzu ihren Beitrag geleistet hat. …

Nicht von ungefähr war der Beruf des Herrn Raiffeisen, der eines Pfarrers. …

Es lohnt sich wirklich, seine Schriften genauer – bezogen auf sein „Menschen-Bild“ anzuschauen. …

Begriffe wie: „Selbstbewusstsein“, „Selbstvertrauen“, „Selbstverantwortung“, die das Prinzip „Selbstorganisationswesen“,  durchaus (theoretisch) prägten, wurden aber selten wirklich gelebt. …

Es gab „Genossenschafts-Führer“ und „Genossenschafts-Geführte“. Ein Bild von „Oben“ und „Unten“ durchzieht die Denke der sog. „Raiffeisen-Periode“.

Ist es wirklich überraschend, wenn zwischen „Genossenschafts-Verbands-Funktionären“ und einer „Führer-Ideologie“ wenig Dissens bestand? …

Das damals (1934) eingeführte staatliche Kontrollsystem über Genossenschaften, wurde nicht nur nach 1945 beibehalten, sondern wird bis heute, mehr oder weniger intensiv – und unreflektiert - „gepflegt“. …

Auch das „Menschen-Bild“ der Genossenschafts-Idee der heutigen Zeit, wäre eigentlich dringend zu erforschen. Trotz sog. Genossenschafts-Institute an zahlreichen Hochschulen und Universitäten, hat es bisher überraschend wenig Innovatives gegeben. Es lohnt sich deshalb, der Frage nachzugehen:

·         Wer finanziert solche/diese Institute?

Eine solche Recherche könnte sehr wahrschinlich zeigen, warum das „erforschte“ Ergebnis kaum anders sein konnte, als (immer noch) real vorfindbar

Wer wirklichdas Thema „Kooperation“ – und darum geht es ja bei Genossenschaften eigentlich – offen und innovativ erforschen will, muss damit beginnen, eigenständige Curriculas für „Kooperations-Wissenschaften“ aufzubauen. …

Würde man unter solchen „Kriterien“ eine Messlatte auf wesentliche Teile des deutschen genossenschaftlichen Selbstverständnisses legen, bestehen Zweifel, ob noch viel übrig bliebe von dem, was man als (zukunftsfähiges) Genossenschaften bezeichnen würde. …

Das „Genossenschaften“ scheint zu einer Art „Rechtsform-Legitimation“ im Vergleich zu GmbH, AG, etc. „verblichen“ zu sein. Es wird das (von Geno-Verbänden) „gelehrt“, was analog von Anwälten oder Steuerberatern bezüglich anderer Rechtsformen, „verbreitet“ wird. Nimmt man die Themen „Recht“ und „Steuerrecht“ aus dem Beratungskontext der Verbände heraus, ist folgende Frage berechtigt:

·         Was wäre die (genossenschaftliche bzw. kooperative) „Spezial-Kompetenz“, die dann noch bliebe?

Es reicht heute nicht (mehr) aus, lediglich solcher Art Auskunft geben zu können wie:

·         Dies ist eine Satzung …

·         So sieht eine Geschäftsordnung aus …

·         So sollte man ein Protokoll schreiben …

·         Diese „Protokolle/Unterlagen, etc.“  werden „geprüft“, usw.

Eine Menge „historischer Papierkram“ wird „abgehakt“, aber wie sieht eigentlich die Zukunftsfähigkeit, das „Kooperative Erfolgs-Gen“ dieser Genossenschaft aus?

Vereinfacht gesagt, könnte man es vielleicht so formulieren:

·         Wie stark ist die „Kooperative Wirk-Energie“ hinter den Zahlen

Daß „Menschen“ in solchen „Konstrukten“ die wesentliche Rolle spielen sollten, ist eigentlich nachvollziehbar. Die folgende Frage ist deshalb entscheidend:

·         Wie sieht ein modernes „Management des WIR“ aus, um den augenscheinlichen „Gruppen-Vorteil“ real in Wirkung zu bringen?!

 

Aber eine Management-Theorie ohne Bezug auf diese besonders (vorteilhafte) Situation (Synergie von MENSCH und STRUKTUR), klingt heute recht „oberflächlich“, zumindest nicht professionell“.

Das wichtigste WIRKRAFT-Element, der teilhabende „Mensch“ ist quasi zu „Nebensache“ degeneriert. …

Die sog. „Prüfungsberichte“ sind eher „Aneinander-Reihungen“ von eigentlich – für die bedeutsame Zukunftsfähigkeit einer Genossenschaft - eher nachrangige „Text-Bausteine“. …

Kurzum, es fehlt z.B. eine professionelle Thematisierung der „Vorteils-Essenz“ einer Genossenschaft:

·         Wege zur Steigerung der Mehrwertfähigkeit des Unternehmens Genossenschaft. …

Denn genau das ist die Grundlage für eine attraktive Förderwirtschaft zugunsten der Mitglieder, basierend auf der Wirksamkeit von „Kooperation der Teilhaber“.

Wer nach „Mehrwert“ durch verbandliche (Pflicht-) Mitgliedschaft fragt, wird (noch) als „Querulant“ abgetan. …

Aber diese „Querulanten“ haben meist ihre nachvollziehbare Berechtigung:

·         Sie legen den Finger in die inzwischen recht tiefe „Wunde“ zahlreicher Genossenschaften, mit Namen (erwünschte) „Passivität der Mitglieder“ …

Dies betrifft natürlich auch die genossenschaftlichen Banken, die gern verdrängen, dass man mit „Förderwirtschaft“ sozusagen „den Unterschied“ sichtbar machen könnte. …

Stattdessen orientieren sie sich – mit zufriedenem Gesicht – daran, als Imitate der „Geschäftsbanken“ wahrgenommen zu werden. …

„Ver-rückte“ Welt – oder, wenn „Mitglieder-Banken“ darauf „schielen“, den sinnvollen „WIR-Faktor“ zu reduzieren. …

Das hätte selbst „Raiffeisen“ wohl nicht gewollt; seine „Jünger“ fallen sogar noch hinter den Namensgeber zurück (in die Zukunft) …

Das alles hat eine Tradition, ist sozusagen diese Tradition, in der das (alte) (Raiffeisen-)Menschenbild bis heute gern hofiert und gepflegt wird. …

Während auf der einen (eher konkurrenzwirtschaftlichen) Seite, über „Entrepreneurship“ und „Potenzialentfaltung“ innoviert wird, gibt es bezüglich einer neuen Kooperations-Gesellschaft aus „Genossenschafts-Sicht“ eher „Langeweile“ oder gar „Fehlanzeige“….

Das (alte genossenschaftliche) Prinzip „Führer und Geführte“ – wir wollen das mal Genossenschaft 1.0 nennen, ist eindeutig überholt. Wir müssen uns davon verabschieden, dass „Tradition“ per se „Wert“ hätte. …

·         Genossenschaft 2.0 ist jetzt angesagt. …

Gerade für die (neue) Jugend ist es nicht unwichtig, erfahren zu können, dass „Genossenschaft der Zukunft“ auch gänzlich ohne „Raiffeisen- und Schulze-Delitzsch-Idylle“ möglich, sogar wichtig und sogar „richtig“ ist!

Es wird Zeit, dass – besonders an die „Wirtschafts-Jugend“ – die „Botschaft“ ergeht:

·         Baut die neuen Genossenschaften – mit, für und durch – die teilnehmenden MENSCHEN!

·         Vertraut eurem gesunden Menschenverstand und lasst euch nicht von Verbänden und alten Theorien irritieren!

Beginnt – kooperativ – völlig neue Ideen – gepaart mit -  eure eigenen Erfahrungen  „abzubilden“, auszuwerten und darüber (öffentlich) zu berichten!

Warum dafür nicht auch die dazu passende „Verbandsstruktur“ – sofern man das (noch) benötigt:

·         Selbst aufbauen,

·         Selbst zut gestalten und

·         die (eigenen) neuen Erfahrungen und Impulse in und für eine (menschliche) „Kooperations-Gesellschaft“ zu veröffentlichen?!

Wer nicht nur über „Kooperation“ spricht, sondern den „Wandel“ wirklich anstreben bzw. realisieren möchte:

·         Muss über die „Tradition“ hinauswachsen.

Die Tradition zu kennen, ist nicht unwichtig, aber sie sollte nicht zum „Klebstoff“ werden, denn eine „Gefahr“ ist nicht ganz von der Hand zu weisen:

·         Genossenschaften können durchaus auch dazu dienen, der (alten) „schwächelnden“ Konkurrenz-Wirtschaft etwas „Lebens-verlängerung“ zu gewähren.

Aber:

·         Derzeit sind Genossenschaften (noch) die einzige Rechtsform, die - theoretisch und praktisch - entsprechend innovativ gestaltet und in Tätigkeit gebracht, zumindest den Einstieg in die neue Kooperations-Gesellschaft bedeuten kann.

Es könnte diesbezüglich viel Sinn machen, den – seit 2013 (!) vorliegenden fertigen Gesetzentwurf „KoopG“ (Kooperations-Gesellschaft, haftungsbegrenzt) - sich näher anzuschauen und als Gesetz einzufordern. …

Für viele der neuen Genossenschaften könnte das viel Sinn machen …

Fazit:

·         Eindeutig JA! Wir benötigen zeitnah eine neue, unbelastete Genossenschafts-Theorie.

·         Raiffeisen war gestern.

WIR bzw. CoopGo ist heute und ist ZUKUNFT …

 

Unsere Dialogpartner: Insbesondere junge Geno-Starter

Kooperative Intelligenz – Unser Körper zeigt uns, dass und wie es geht

Hinweis: Wir veröffentlichen hier lediglich Auszüge aus unseren Dialog-Antworten.  

06842 Dessau-Roßlau   -   Oranienbauer Str.1

www.bundesverband-mmw.de

Redaktion: Gerd K. Schaumann