SmartCoop-SCFI

"SmartCoop" - heißt "intelligent cooperieren". Das bringt sofort die Frage auf: "Gibt es auch Cooperation, die nicht "intelligent" ist"? Bewusst auf "Intelligenz" beim Cooperieren zu verzichten, wäre wohl "Un-Sinn". Aber "unbewusst" - so stellt man oftmals fest - werden wichtige Coop-Elemente schlichtweg übersehen. Meist sind das jedoch genau die Elemente, die das ausmachen, was man als die (entscheidenden) Wirk-Kraft-Vorteile bezeichnen könnte. Wer "Coop" jeder Form von Konkurrenz als "überlegen" bezeichnet - was wir durchaus tun - muss auch, natürlich auf "hohem Niveau", den Nachweis dieser Annahme erbringen können. Das "SmartCoop - ForschungsInstitut" (SCFI) führt Wissenschaftler, Fachberater, Manager und andere Expertengruppen zusammen, um die jetzt notwendigen neuen COOP-ZUKUNFTS-BILDER - für Wirtschaft und Gesellschaft - entstehen zu lassen. Wir"experimentieren" mit vielen neuen "Werkzeugen", was natürlich auch "Anleihen" aus der QuantenPhysik, etc. einschließt. Hier kooperieren wir mit dem IWMC QuantenInstitut - Internationale Wissenschafts- u. MedienCooperation für angewandte Quantenphysik. Wir veröffentlichen hier - möglichst anwendungsbezogen - vor allem Auszüge aus unserer diskursiven Forschungs-Praxis.

Kooperation - auf den Punkt gebracht: Die geniale Erfindung des VORTEILS.

13.5.20


Souveränität des Menschen -  Souveränität der Gruppe  

Eine der wesentlichen Aufgaben der Cooperativen Intelligenz (CJ) besteht wohl darin, ein altes Missverständnis aufzulösen. Es scheint einen unlösbaren Widerspruch zu geben, in Bezug auf „Souveränität“. Es gibt die Annahme, dass es eine „Wertigkeit“  zwischen beiden Positionen gibt. Daraus entstand die Annahme, dass Gemeinschaftshandeln nur möglich sei, wenn der einzelne Mensch seine individuelle Souveränität zugunsten „kollektiver Souveränität“ beschränke. Das scheint z.B. die Annahme zu sein bei vielen Genossenschaftsprojekten. Aber ist das wirklich „cooperativ intelligent“?       

Frage:  

Zweifellos ist Kooperation wohl das Thema schlechthin bei einem Umbau unserer Gesellschaft. Aber es gibt bei uns Zweifel, ob damit nicht unlösbare neue Probleme auftauchen, denn Menschen müssen einen Teil ihrer persönlichen Souveränität zugunsten der Gruppe (Unternehmen, Verein, usw.) aufgeben. Denkt man das weiter, dann wird die individuelle Souveränität wohl immer „dünner“, je mehr die Hierarchie wächst. Das erinnert irgendwie an die Probleme, die letztlich alle „kollektivistischen Staatsanschauungen“ hatten. Irgendwann wurde „kollektiv“ definiert (vorgeschrieben), wie sich der Einzelne zu verhalten habe, um dem „Ganzen“ bestmöglich zu dienen. Die Souveränität des Einzelnen wurde dann zur „Farce“. ….
Wir haben uns viele Genossenschaften näher angesehen und mit vielen Mitgliedern persönlich gesprochen. Den meisten Menschen wurde dies Problem erst klar, wenn wir sie direkt darauf ansprachen. Auf unsere Frage, ob sie das wirklich so gewollt hätten oder dies ihnen bewusst sei, zuckten die meisten mit den Schultern und stellten irgendwie resigniert fest: „Das ist halt so, was sollen wir machen ….“
Wir haben gedacht, irgendwie dazu Antworten von „Genossenschaftsverbänden“ oder speziellen „genossenschaftlichen Forschungseinrichtungen“ zu bekommen. – Fehlanzeige -! Man sprach von „Sachzwängen“ und „bewährten Traditionen“. Für uns waren die Antworten einfach nur „banal“. Aber genau in diese Richtung fragen Menschen, die sich wirklich tiefgehend mit neuen Ideen beschäftigen. „Unintelligente Kooperationen“ – nein danke! Das ist so etwa wie „Elektrosmog“ zu ignorieren, weil unsere Augen unfähig sind, Energieverbindungen zu sehen, die unser gesamtes Haus auch dann durchziehen, wenn die Geräte (Handy, usw.) nicht „auf Sendung“ sind …
Und die ganz provokante Frage: Lässt sich dieses Problem überhaupt in Kooperationen – vor allem Genossenschaften – lösen?    


Fragestellung: Arbeitsgruppe Studenten mit dem Interesse am Aufbau einer „Neuen Gesellschaft“


Antwort (Kurzform):

Danke, für diese wichtige Frage. Ihr sprecht in der Tat einen grundlegenden „Knackpunkt“ an, der aber gern „ausgeklammert“ wird. Wenn wir jedoch davon ausgehen wollen, dass Kooperation „intelligent“ und „menschenkonform“ sein soll, der „Konkurrenz“ in allen Belangen überlegen, dann müssen wir uns genau solchen Fragen stellen.

 Leider sind auch nach über 200 Jahren Erfahrung im Umgang mit Genossenschaften dazu keine befriedigenden Lösungen erkennbar. Schaut man sich das an, was man als „Wesentlich Handlungsgrundlage“ z.B. für eine Genossenschaft oder einen Verein definiert (Satzung), dann ist eure Frage nur allzu verständlich. Dort steht nichts über „Wesen“ oder „Selbstverständnis“ zum Menschen drin, aber jede Menge dazu, wie man meint, dass man eine „Struktur“ (theoretisch) zum Funktionieren bringen könnte. Dort ist unzweifelhaft zu erkennen, dass „individuelle Souveränität“ zugunsten der „kollektiven Souveränität“ eher als nachrangig, gar irgendwie „störend“ empfunden wird.

Wer sich mit „Mustersatzungen“ begnügt, wird das Ergebnis von „Mustersatzungen“ auch akzeptieren müssen. Das ist Fakt und damit könnten wir unsere Antwort eigentlich auch beenden.

Überrascht euch eine solche Antwort wirklich?

Aber genau das wäre das Ergebnis von „oberflächlicher“ Selbstverantwortung, wie sie heute gern – meist unbewusst - „verkauft“ wird. Und wenn sich damit die Teilnehmer zufriedengeben, haben sie nur die Möglichkeit „nein danke“ zu sagen und die Kooperation wieder zu verlassen oder sich mit dem Ergebnis „missgestimmt“ zu arrangieren.

Um solche Situationen zu vermeiden, sprechen wir gern von einer „Gründung“ VOR der „Gründung“. Und es wäre gut, die „formale“ Gründung wirklich erst dann zu vollziehen, wenn Klarheit zwischen den Teilnehmern besteht, ob und wie das Spannungsfeld „kollektive Souveränität“ versus „individuelle Souveränität“ (intelligent und zufriedenstellend) geklärt ist. …

Um genau dieses Spannungsverhältnis intensiv zu besprechen und zu aufzulösen, sollte ein „Souveränitäts-Kodex“ erstellt und wirksam werden. Dieser - und nicht die Satzung – sind Grundlage, wonach sich alle weiteren Entscheidungen ausrichten sollten.  

Es gibt eine Menge von Gestaltungsgrundlagen für die Funktion der Struktur (Geschäftsordnungen). Aber für die Gestaltung der zwischenmenschlichen Situationen gibt es bisher wenig oder nichts.

Man hat irgendwie den Eindruck als würde unterstellt, dass Menschen sich Strukturen anzupassen hätten. Umgekehrt wäre es wohl richtig. …

Und um euch herauszufordern, würden wir das derzeitige Verständnis von und in Genossenschaften durchaus mit dem vergleichen, was man als „Pflegezustand“ bezeichnen könnte. Schaut euch „Pflegeheime“ an und ihr ahnt, was wir meinen. Dort haben die (meisten) Menschen es zugelassen, dass sie sich einer (vorgeblichen) Betreuung „unterwerfen“, die ihnen sagt, was und wie zu ihren (angeblich) Besten zu geschehen habe. Sie haben damit allerdings ihre eigene Souveränität weitgehend aufgegeben. …

Wir sehen einen wichtigen Teil für stimmige „Kooperations-Projekte“ darin, dass sich die Teilnehmer ihrer eigenen Souveränität  umfassend bewusst werden und diese auch konsequent einfordern, verteidigen und leben.

Für uns heißt das:

·         Die Sicherung der „individuellen Souveränität“ hat Vorrang vor jeder Form von „kollektiver Souveränität“.

Uns ist bewusst, welchen Widerstand das bei den Anhängern der sogenannten „Kollektiven Vorranglösung“ auslösen wird.

Wird aber genau dieser (scheinbare) Widerspruch nicht hinreichend beachtet oder vorab geklärt, werden wir zwar mehr „Kooperationen“ bekommen (was auch durchaus vorteilhaft wäre) aber eben keine mit „Cooperative Intelligenz“.

Damit wären wir auch beim „Kern“ des Themas. Es ist dringend erforderlich, eine offene Debatte zu diesem Thema zu führen.

Es geht letztlich darum, sich zu entscheiden, ob die Organisation den Menschen nützt oder die Menschen der Organisation.

Wir möchten euch in diesem Zusammenhang anregen, dazu auch tiefergreifende Fragestellungen einzubeziehen, wie z.B.:

·         Was genauer heißt „Mensch-Sein“?
·         Was ist Sinn und Zweck des Lebens?
·         Was genau sind meine Vorstellungen für eine Gesellschaft des Miteinanders?
·         Als wen sehe ich den/die anderen Menschen?
·         Ist der Mensch eher „Opfer“ oder eher „Gestalter“ seines Lebens?
·         Welche Bedeutung hat der „Freie Wille“?
·         Verfügt der Mensch über die Fähigkeit, sein Leben nach seinen Vorstellungen zu gestalten?
·         Gibt es „universelle Spielregeln“ zur Lebensgestaltung?
·         Was heißt „quantenhaft“ Denken?
  
Diese Liste ließe sich beliebig verlängern. Solche Fragen – bisher selten in Kooperationen gestellt oder diskutiert - scheinen uns wichtige Grundlagen zu sein, um zumindest erste Schritt in Richtung der Klärung eines „Souveränitäts-Miss-Verständnisses“ zu bewirken.

Seid ihr bereit, euch solchen Fragen zu stellen?

Nur wenn ihr dazu offen und bereit seid, macht es Sinn, sich der Klärung eueres Anliegens mit hinreichender Tiefe zu widmen zu können.

Sonst bleiben wir bei dem, was wir gemeinhin als „kooperative Fiktionen“ bezeichnen, die gern dazu dienen „philosophische Arbeitskreise“ auszufüllen, die jedoch scheuen sich dem „Risiko“ einer organisatorischen Umsetzung auszusetzen. …

Aber genau darum geht es letztlich:

·         Die neuen Bilder eines kooperativen Wandels werden nur entstehen, wenn Menschen zum (sinnvollen) Handeln übergehen.

Was also ist genauer eure Zielsetzung?

·         Wollte ihr selbst „Cooperative Intelligenz“ in einer Struktur ausprobieren und realisieren?
·         Wollt ihr anderen Menschen lediglich die Ergebnisse eurer wissenschaftlichen Befassung mit dem Thema „Cooperative Intelligenz“ zugänglich machen“?
·         Wollt ihr lediglich etwas zur eigenen „Freizeitgestaltung“ auf höherem Niveau entwickeln.

Damit wir uns nicht missverstehen:

·         Nichts von allem ist „besser“ oder „richtiger“. Alles ist sinnvoll, denn zumindest werden solche Gedanken das „kollektive Bewusstseinsfeld“ bereichern.

Es sollte deutlich geworden sein, wo unsere Interessen (derzeit) vorrangig liegen:

·         Wir wollen Menschen unterstützen, die bereit sind, sich tätig auf den Weg zu begeben.  
·         Wir wollen dazu beitragen, die neuen Bilder einer „cooperativ intelligenten“ Gesellschaft - vorbildhaft funktionierend – in Aktion zu bringen.

Wir freuen uns auf eure Antwort und hoffen natürlich, dass zahlreiche eurer Arbeitsgruppen die Herausforderung (praktisch) annehmen, sich dem Prozess der praktischen Umsetzung nicht zu entziehen.

Gern setzen wir das MailCoaching fort, denn eure Fragen lassen spannende Diskurse erwarten, zu einem Thema, das wir als sehr bedeutsam im Rahmen eines „kooperativen Wandels“ einstufen.
Vielleicht ist diese Fragestellung sogar so etwas wie eine „Bewusstseins-Schleuße“, die darüber entscheidet, wie schnell und intensiv sich kooperativer Wandel in der Praxis vollzieht. 

Herzlich willkommen in der Gruppe der Gestalter einer neuen Zeit, in der Cooperative Intelligenz die Grundlage für Menschen sein wird, die ihr Handeln an einem verständnisvollen Miteinander orientieren. …     
      
CoopSpirit
Die Cooperative Intelligenz (CI)
in Aktion





Redaktion: AG „CoopSpirit“ im IWMC QuantenInstitut
- Internationale WissenschaftsCooperation für angewandte Quantenphysik –
Hinweis: Wir behalten uns vor – ausschließlich im Interesse eines besseren Verständnis – Fragen ggf. redaktionell leicht zu überarbeiten, ohne den Inhalt zu verändern.


Wir danken dem IWMC QuantenInstitut für die Genehmigung zum Abdruck dieses Beitrages. MMWCoopGo muss nicht mit allen Inhalten übereinstimmen. Es genügt, wenn Artikel Impulse für das Thema „Kooperation“ geben können.
MMWCoopGo
Bundesverband der Coopertions- und Genossenschaftswirtschaft e.V.


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